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vSphere 6.5: Neues

Virtualisierung

vSphere 6.5 Neuerungen

VMware Tools
Ab der Version 9217 der VMware Tools brauchen Windows-Maschinen beim Upgrade keinen Neustart mehr. Lediglich bei der ersten Aktualisierung der Tools unter ESXi 6.0 ist das erforderlich. Die Versionsnummer wird nur über den Web Client oder das Tool RVTools angezeigt.

Allgemeines
Die aktuelle Version der Virtualisierungs-Plattform VMware vSphere 6.5 wurde im Oktober 2016 auf der VMworld in Barcelona angekündigt und im November des gleichen Jahrs offiziell zum Herunterladen zur Verfügung gestellt.
Das Minor-Release bringt einige Verbesserungen bei der Sicherheit, Verfügbarkeit, beim Datenspeicher, dem Management und der Skalierbarkeit.
Mit der neuen Version kommen auch eine Reihe von Verbesserungen für Tools und Komponenten wie vSAN, Site Recovery Manager, vSphere Replication oder PowerCLI. Alle Komponenten setzen VMware vSphere voraus, werden aber als separate Produkte mit eigener Lizenz vertrieben.


Höhere Skalierbarkeit
Wie in allen vergangenen Releases erhöhen sich auch in vSphere 6.5 die so genannten Configuration Maximums. Damit sind primär die höchsten unterstützten Werte bei der Bereitstellung von physikalischen und virtuellen Ressourcen gemeint.
Verantwortlich für die höhere Skalierbarkeit sind Verbesserungen des Hypervisors, der bis zu 24 TB an RAM haben kann. Eine VM mit Hardware Version 13 kann nun bis zu 6.128 GB RAM und 128 vCPUs erhalten. Der vCenter Server unterstützt jetzt bis zu 20.000 eingeschaltete VMs. Eine Übersicht über alle Maximalwerte von vSphere 6.5 bietet das PDF- Dokument von VMware.


Verschlüsselung von VMs
Zu den wichtigsten Neuerungen des Kernsystems zählt zudem die Verschlüsselung von VMs, und zwar im gespeicherten Zustand und bei der Migration mit vMotion. Dieses ist besonders bei einer Open Cloud interessant. Die Verschlüsselung übernimmt der ESXi Host und damit ist das Betriebssystem der VM egal.
Der Host und die VMs profitieren auch von UEFI Secure Boot, so dass unerlaubte Änderungen an den Objekten ausgeschlossen werden können.


User Logging
Unter vSphere 6.5 werden zusätzliche Daten über die Aktivitäten der Benutzer aufgezeichnet, so dass eine forensische Nachverfolgung erleichtert wird.


Verbesserungen bei HA, DRS und FT
Fortschritte verzeichnen auch die wichtigsten Features eines vSphere-Clusters, nämlich HA und DRS. Neu sind dort Orchestrated VM Restart (Neustart der VMs in einer festzulegenden Reihenfolge im HA-Fall), Proactive HA (Überwachung von ESXi für das vMotion vor einem vermuteten Ausfall), Predictive DRS (die Netzwerkauslastung eines Hosts wird zusätzlich geprüft) und die Integration von DRS mit FT. Eine verschlüsselte Datenübertragung bei vMotion wurde ebenfalls integriert, für verschlüsselte und nicht verschlüsselte VMs.


vCenter Server Appliance
Mit Version 6.5 geht VMware eindeutig in Richtung der Appliance für den vCenter Server (vCSA). Dieser wird im Gegensatz zur Windows Anwendung mit mehr Funktionen ausgestattet (HA Active/Passive-Konfiguration) und enthält ein Migrationstool um alte Windows Installationen auf Linux zu bringen. Auch der Update Manager ist nun Bestandteil der Appliance und braucht nicht mehr separat installiert oder konfiguriert zu werden.
Implementiert sind auch zusätzliche HA-Features sowie eine Backup-Funktion und es gibt die Möglichkeit von einem vorherigen Windows vCenter Server auf die Photon-Linux Appliance zu migrieren. Die nachträgliche Konfiguration geht über https://<Name der vCSA>:5480.
Der neue HTML5-Client soll langfristig ohne Adobe Flash den Web-Client ablösen – fertig Programmiert mit allen notwendigen Features ist er allerdings noch nicht. Mit dem vSphere Client kommt man nicht mehr auf einen vCenter Server 6.5. Diesen kann man noch für die Einrichtung der 6.5er ESXi Hosts nutzen, sobald der Host aber zum vCenter Server gehört, funktioniert die Anmeldung darüber nicht mehr.


Dateisystem VMFS 6
Auch das Dateisystem wurde aktualisiert, jedoch lassen sich die bestehenden Volumes nicht wie vorher upgraden. Beide Formate können nebeneinander existieren. Das Snapshot-Format wurde für VMFS 6 von VMFS Sparse (512 Byte) in SE Sparse (Space Efficient Virtual Disks, 4KB) geändert. Weiterhin kann Speicherplatz bei Thin-Provisioned-Storage zurückgewonnen werden, wenn man Snapshots konsolidiert oder VMs per Storage vMotion verschiebt.


Backup und Restore
Das Backup und die Wiederherstellung der Appliance sind in diese jetzt integriert. Die Daten und die Konfiguration – auch vom VUM - können über VAMI (Virtual Appliance Management Interface) oder externe Tools gesichert werden. Intern geht die Sicherung über HTTPS, HTTP, SCP, FTP oder FTPS. Die Wiederherstellung geht über das Booten der Appliance von der ISO und Angabe des Speicherorts.


Hochverfügbarkeit des vCenter Servers
Nur die Appliance kann hochverfügbar gemacht werden. Dafür wird eine Replikation der PostgreSQL Datenbank und für die Änderungen am Dateisystem rsync benutzt. Hierfür werden insgesamt drei Maschinen benötigt: ein aktiver vCenter Server, ein Standby- und ein Cluster-Zeuge (Witness). Diese sollten dann auf drei verschiedenen Hosts und drei verschiedenen Storages laufen, damit möglichst nie mehr als eine Komponente gleichzeitig ausfallen kann. Auch ein dediziertes Netzwerk für die Kommunikation untereinander wird empfohlen.
VMware hat hierfür ein 27 seitiges Dokument (vcha65-perf.pdf) erstellt.


iSCSI-Support für vSAN
Das zusätzlich zu erwerbende Produkt vSAN zur Einrichtung von hyperkonvergenten Infrastrukturen unterstützt jetzt auch iSCSI. Außerdem funktioniert bei vSAN 6.5 endlich das Einrichten eines Clusters mit nur 2 Knoten, wobei diese einfach über ein Crossover-Kabel verbunden werden können.

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