Title
Direkt zum Seiteninhalt

vSphere 6: Upgrade

Virtualisierung

Upgrade der Umgebung
Da die Verbreitung von vSphere 5 schon sehr weit fortgeschritten ist, ist die Wahrscheinlichkeit eines Upgrades auf die aktuelle Version sehr hoch. Und wenn der Wartungsvertrag (Support and Subscription) noch Bestand hat, können die Lizenzen meist kostenlos gegen eine Lizenz der neuen Version getauscht werden.
VMware wirbt mit einigen neuen Features und Funktionen sowie mit deutlich verbesserter Performance. Einige der Neuigkeiten habe ich in den vorangegangenen Kapiteln ja schon beschrieben, andere folgen in den nächsten Kapiteln. Hier nur in Kürze das Wichtigste:

  • Den vCenter Server gibt es mit wenigen Funktionseinschränkungen auch als fertige VM im OVF-Format (siehe Kapitel 10).

  • Der ESX-Server wird in der aktuellen Version nicht mehr unterstützt, sondern nur noch der ESXi, der jetzt allgemein als Hypervisor bezeichnet wird (siehe Kapitel 3 und 5).

  • Lokale ESXi-Platten können zu einem gemeinsamen Storage (vSAN, siehe Kapitel 13) zusammengeschlossen werden.

  • Der vCenter Converter ist nicht mehr Bestandteil der vSphere-Umgebung, sondern nur noch als Standalone verfügbar (siehe dieses Kapitel).

  • VMs können bis zu 128 virtuelle Prozessoren und 4 TByte RAM nutzen (siehe Kapitel 4).

  • Die Lizenzierung nach Prozessorsockel ist geblieben und viele Features sind von einer höheren in eine niedrigere Lizenz übernommen worden (siehe Kapitel 2 und 10).

  • vSphere Auto Deploy ermöglicht das Einrichten vieler neuer physischer Hostsysteme in kurzer Zeit (siehe Kapitel 13).

  • Auch neue Funktionen für Festplattenzugriffe und -größe sind hinzugekommen (siehe Kapitel 13 und 19).

Wenn Sie eine komplette vSphere-5.x-Umgebung mit vCenter Server und externen Storages haben, können Sie zuerst den vSphere Client und dann den vCenter Server updaten. Als Nächstes nehmen Sie sich die Hosts vor. Haben Sie allerdings nur eine kleine Umgebung mit lokalen Festplatten auf Ihrem ESXi-Host, müssen Sie zunächst alle VMs auf einen anderen Storage verlagern oder im OVF-Format exportieren, bevor Sie eine Neuinstallation oder ein Upgrade versuchen.
Grundsätzlich ist der vSphere Client abwärtskompatibel, d.h., dass in Wirklichkeit nur wenige zusätzliche Dateien auf der lokalen Festplatte landen, wenn Sie ihn erneuern. Mit einem neuen Client können Sie also auch noch auf die alte Umgebung zugreifen. Ähnlich gelagert ist es beim vCenter Server: In der Version 5.5 haben Sie Zugriff auf ESXi-Hosts der Version 5.5 und älter – aber nicht neuer. Bei der 6er-Version des Servers können Sie also auf die 6er-Hosts und die älteren zugreifen. Auch ein gemischter Modus ist kein Problem. Das Gleiche gilt für die virtuellen Maschinen: Eine ältere VM mit Hardwareversion 7 oder 8 läuft auch auf einem 6er-Host, der üblicherweise die aktuelle Version 11 der virtuellen Hardware nutzt.
Achten Sie vor dem Upgrade unbedingt auf die Kompatibilität Ihrer Hardware zur neuen Version und besorgen Sie sich rechtzeitig die neuen Lizenzschlüssel, spätestens nach 60 Tagen.

Upgrade eines ESXi-Hosts
Liegt nur ein allein stehender ESXi-Server vor, können Sie diesen, nachdem alle VMs heruntergefahren wurden, mit der neuen CD oder einem USB-Stick starten. Überlegen Sie sich, ob Sie – wie oben bereits erwähnt – Ihre VMs nicht doch lieber vorher sichern oder anderweitig kurzfristig auslagern wollen. Auch externe Storages sollten Sie vorher trennen, wenn nicht darauf die Bootpartition liegt. Beachten Sie die Hinweise bezüglich der BIOS-Einstellungen des Servers, die ich in Kapitel 3 beschrieben habe, zumal Sie hier meistens sowieso die Bootreihenfolge kurzfristig ändern müssen.
Meistens geht der Upgradeprozess ohne Probleme vonstatten und die bisherige VMFS-Partition wird dabei nicht angetastet. Meine Empfehlung lautet aber eindeutig: Neuinstallation ist in den meisten Fällen besser. Ein Upgrade auf die neue Version ist immer unumkehrbar.
Ein direktes Upgrade von Version 4.x auf 6.0 ist nicht möglich – hier müssen Sie zunächst auf Version 5.x und anschließend dann auf Version 6 upgraden. Installieren Sie erst alle Updates der 5er-Version vor dem Upgrade auf 6 oder installieren Sie besser gleich neu.
Booten Sie Ihren alten ESXi-Server mit der neuen Version, sollten Sie eine Meldung erhalten, die Ihnen maximal drei von vier Möglichkeiten bietet:

  • UPGRADE ESXI, PRESERVE VMFS DATASTORE: Hier wird das Upgrade von ESXi durchgeführt unter Beibehaltung der VMFS-Partition.

  • INSTALL ESXI, PRESERVE VMFS DATASTORE: ESXi wird neu installiert, nicht aktualisiert und die Daten auf dem VMFS-Volume bleiben erhalten.

  • INSTALL ESXI, OVERWRITE VMFS DATASTORE: ESXi wird installiert, nicht aktualisiert und die Daten auf dem VMFS-Volume werden überschrieben.

Nach kurzer Zeit ist der Vorgang erledigt und Sie können die Bootreihenfolge wieder umstellen, um den Host mit der neuen Version zu starten.
Seien Sie nicht ungeduldig, wenn die Anzeige lange bei 28% stehen bleibt. Jetzt werden alle möglichen Treiber für die Storage-Adapter geladen.
Bei einem Upgrade auf ESXi 6.0 werden anschließend natürlich nicht alle vorigen Funktionen aktualisiert. Auch werden z. B. manuelle Änderungen zur Authentifizierung im Ordner /etc/pam.d/ auf Standardwerte zurückgesetzt und die Einstellungen zum SSH-Zugriff deaktiviert.
Überprüfen Sie anschließend über den vSphere Client die Netzwerkeinstellungen. Die zugewiesenen Netzwerkkarten werden manchmal in einer anderen Reihenfolge erkannt, also ist jetzt vielleicht die vmnic0 die vmnic3 oder ähnlich. Notieren Sie sich vorher die MAC-Adressen der Karten. Die vSwitches mit 64 Ports werden in solche mit 128 Anschlüssen gewandelt. Schauen Sie nach, ob Sie das so wollen oder lieber manuell zurück ändern möchten. Beachten Sie dabei, dass die Anzahl der Ports auf dem virtuellen Switch automatisch nach oben – aber nicht unter 128 Ports - angepasst werden. Achten Sie auch darauf, ob eventuelle DHCP-Adressen noch denselben Wert haben. Da es bei dem neuen Hypervisor nur noch ein Standardgateway gibt, müssen Sie dieses eventuell anpassen. Beachten Sie dabei die Hinweise in Kapitel 6 zur Netzwerktechnik und in Kapitel 10 zur Einstellung für HA. Bei Problemen mit HA ziehen Sie bitte auch Kapitel 19 zurate. Dort werden die meisten zusätzlich möglichen Optionen dazu besprochen. Sollten Sie einen ausfallsicheren vSwitch mit passiven und aktiven Adaptern installiert haben (wie in Kapitel 6 empfohlen wurde), müssen Sie einen Teil der Konfiguration manuell wiederherstellen – das kann der Upgradeprozess meist nicht richtig.
Kontrollieren Sie ebenfalls die Storage-Zugriffe (NFS-Einstellungen werden meistens übernommen, iSCSI-Zugriffe nicht), Uhrzeit- und DNS-Einstellungen, die Startreihenfolge der VMs sowie gegebenenfalls die Authentifizierungsdienste.
Ressourcenpools müssen nach einem Upgrade ebenfalls überprüft werden. Hatten Sie fast alle Ressourcen an VMs verteilt, kann es sein, dass die neuen Funktionen von ESXi 6 einen Start der beteiligten virtuellen Maschinen verhindern.
Bei einer Neuinstallation der 6er-Version wird das GPT-Partitionsprinzip angewendet, bei einem Upgrade bleibt es bei der herkömmlichen Art und wird nicht neu geschrieben. Manuell erstellte zusätzliche Laufwerke sind nach dem Upgrade nicht mehr vorhanden, die alten Daten fehlen ebenfalls. Das Gleiche passiert mit dem Bootlaufwerk, wenn dieses nicht zusätzlich eine VMFS-Partition enthält.
Nach dem Upgrade durch Neuinstallation haben Sie eine erneute Testphase von 60 Tagen. Bei einem direkten Upgrade nicht. Vergessen Sie nicht, vor Ablauf dieser Frist die Lizenz einzugeben.

Upgrade einer vSphere-Umgebung
Besitzen Sie eine komplette Umgebung mit mehreren ESXi-Hosts und einem vCenter Server, dann können Sie auch den Update Manager für das Upgraden Ihrer Umgebung verwenden. Der Manager kann aber keinen vCenter Server oder die auf ihm laufenden zusätzlichen Dienste upgraden. Ein manuelles Erneuern der Umgebung ist natürlich auch möglich.
Um eine komplette Umgebung auf den neuesten Stand zu bringen, empfehle ich erst den vSphere Client, dann den vCenter Server und anschließend die Hosts upzugraden.
Den vSphere Client auf die neue Version zu hieven ist recht simpel: Holen Sie sich die ausführbare Datei von der Seite von VMware und führen Sie diese aus. Alle Einstellungen werden üblicherweise von der Version 5.x übernommen, nicht aber von vorigen Versionen. Die ausführbare Datei finden Sie auch auf der CD oder dem ISO-Image vom vCenter Server.
Ein Upgrade vom Virtual Infrastructure Server ist nicht möglich, da dieser nur auf einem 32-Bit-Betriebssystem lief und der neue nur auf einem 64-Bit-Betriebssystem. Liegt die Version 5.x vor, ist ein Upgrade fast immer möglich, es muss nur ein in der neuen Version unterstütztes Windows sein (keine Windows Workstation mehr). Aber vielleicht entscheiden Sie sich ja auch für die vCenter Server Appliance auf Linux-Basis?

Meine Empfehlung zum Upgrade ist folgende: Die Version 5.5 kann ohne Probleme aktualisiert werden. Vorherige Versionen, also 5.0 und 5.1, installiere ich lieber neu, da es dort schon teilweise Probleme beim Upgrade auf 5.5 gegeben hat.

Ein Management-Server der Versionen vor 5.0 muss also neu installiert werden. Die Daten der Datenbank können aber anschließend bei Bedarf auf den neuen migriert werden, egal ob eine externe oder die zum Lieferumfang gehörende Datenbank genutzt wurde.
Der Assistent leitet Sie durch alle Optionen und gibt genug Hinweise zum Gelingen.
Beachten Sie aber, dass das Load Balancing über DRS (Distributed Resource Scheduler) während dieser Zeit nicht funktioniert. HA läuft allein zwischen den ESXi-Servern und wird durch den Upgradeprozess nicht behindert. Auch die VMs bekommen von dem Prozess nichts mit.
Haben Sie Guided Consolidation installiert, muss es vor dem Upgrade manuell deinstalliert werden.
Haben Sie den vCenter Server auf die neue Version aktualisiert, müssen Sie gegebenenfalls noch die weiteren Dienste wie den Update Manager aktualisieren. Nachdem Sie damit fertig sind, können Sie sich um die Hosts kümmern: Diese können nach dem obigen Schema „Upgrade eines ESXi-Hosts“ oder mit dem neuen Update Manager auf die neue Version gebracht werden. Beachten Sie, dass auch Hosts der Version 5 und 6 in einem Cluster laufen können.
Vergessen Sie nicht das neue Plug-in für den Update Manager auf dem vSphere Client zu installieren.
Da Sie jetzt auch für den vCenter Server bei Neuinstallation 60 Tage lang den Evaluierungsmodus einsetzen dürfen, können Sie z. B. einen Host mit Version 5.0 neu installieren, diesen so konfigurieren wie gewünscht und dann die in Kapitel 13 beschriebenen Hostprofile für die weiteren Server nutzen. Damit haben Sie sauber installierte ESXi-Hosts und können bei Bedarf Ihre bisherige Konfiguration neu überdenken und in das Profil einfließen lassen. Haben Sie beim vCenter Server ein „Inplace Update“ gemacht, müssen Sie die neue Lizenz einspielen, da die alte dann abgelaufen ist. Je nach eingespielter Lizenz können Sie dann keine Hostprofile nutzen.

ESXi-Upgrade mit Update Manger

Um einen ESXi-Host der Version 5.x mit dem Update Manager 6.0 auf die neue Version zu aktualisieren, benötigen Sie zunächst das ISO-Image des ESXi-6.0-Servers. Dieses kann von der Webseite von VMware heruntergeladen werden und trägt den Namen VMWARE-VMVISOR-INSTALLER-6.0.0-<BUILD-NUMMER>.X86_64.ISO.
1. Klicken Sie im vSphere Client (mit aktiviertem Update Manger-Plug-in) unter Home auf den UPDATE MANAGER. Der Web Client wird hier nicht unterstützt.
2. Wählen Sie die Registerkarte ESXI-IMAGES aus.
3. Oben rechts befindet sich der Link (in Blau) mit dem Namen ESXI-IMAGES IMPORTIEREN. Klicken Sie auf diesen Link.
4. Über die Schaltfläche DURCHSUCHEN können Sie im folgenden Browser das ISO-Image auswählen und hochladen. Sie können jetzt schon eine neue Baseline erstellen oder im Anschluss (siehe Punkt 6).
5. Wenn das Image in der Liste der importierten Images erscheint, klicken Sie auf die Registerkarte BASELINES UND GRUPPEN.
6. Haben Sie bereits beim Importieren eine Baseline für das Upgrade erstellt, sollte diese hier erscheinen – wenn nicht, klicken Sie links auf den blauen Link ERSTELLEN.
7. Vergeben Sie in dem Fenster einen aussagekräftigen Namen für die Upgrade-Baseline und klicken Sie im unteren Teil den Kreis bei HOST-UPGRADE an.
8. Wählen Sie im nächsten Fenster das importierte Image aus und klicken Sie auf WEITER und anschließend auf BEENDEN.
Die gerade erstellte Baseline können wir nun einem alten ESXi-Host anhängen, um diesen auf die aktuelle Version zu bringen. Gehen Sie dazu über HOME --> HOSTS UND CLUSTER auf den ersten Host, den Sie aktualisieren wollen.
1. Wählen Sie die Registerkarte UPDATE MANAGER aus und klicken Sie auf den blauen Link ANHÄNGEN.
2. Wählen Sie die gerade erstellte Upgrade-Baseline aus und klicken Sie auf ANHÄNGEN.
3. In dem Fenster unter ANGEHÄNGTE BASELINES sollte diese jetzt zu sehen sein.
Der Host wird beim Aktualisieren automatisch in den Wartungsmodus versetzt. Wenn Sie die auf ihm laufenden VMs manuell verschieben oder herunterfahren müssen, sollten Sie das jetzt zuerst tun und anschließend bei Punkt 4 weitermachen.
4. Beim ersten zu aktualisierenden Host sollten Sie zunächst den Link PRÜFEN verwenden. Wählen Sie beim Assistenten die Schaltfläche UPGRADES aus und deaktivieren Sie gegebenenfalls die Schaltfläche PATCHES UND ERWEITERUNGEN.
5. Nachdem Sie im Fenster auf die Schaltfläche PRÜFEN geklickt haben, schließt es sich und der Host wird bezüglich des Upgrades geprüft.
6. Wenn im unteren Teil des Bildschirms unter KÜRZLICH BEARBEITETE AUFGABEN der Job erledigt ist, sollten Sie auf der Registerkarte UPDATE MANAGER die Ergebnisse sehen.
7. Nun können Sie auf die Schaltfläche STANDARDISIEREN (auf den neuesten Stand bringen) klicken. Füllen Sie in den jetzt folgenden Fenstern alles Nötige aus oder klicken Sie das Gewünschte an. Überlegen Sie sich, ob der Vorgang sofort starten soll oder ob Sie eine geplante Aufgabe daraus machen möchten.
8. Deaktivieren Sie gegebenenfalls die Funktionen in Ihrem Cluster, die eine Störung oder einen Alarm auslösen könnten (wie DPM, HA, FT usw.).
9. Klicken Sie auf BEENDEN.
Wenn die Standardisierung anfängt, wird der Server zunächst in den Wartungsmodus gefahren und gegebenenfalls alle VMs auf die anderen Hosts mittels DRS verschoben. Haben Sie kein DRS, müssen Sie das manuell erledigen. Dann beginnt die Installation, der ESXi-Server wird neu gestartet, überprüft die Aktualisierung und kommt automatisch aus dem Wartungsmodus heraus. Gegebenenfalls müssen Sie den neuen ESXi-Server mit dem vCenter Server (über das Kontextmenü auf dem Host) neu verbinden.
Anschließend sollten Sie die bereits oben unter „Upgrade eines ESXi-Host“ geschilderten Funktionen und Einstellungen überprüfen.
Ist alles so, wie Sie es brauchen, können Sie den nächsten Server freiräumen, diesem die erstellte Upgrade-Baseline anhängen, prüfen und dann STANDARDISIEREN wählen. Haben Sie alle Hosts auf den neuesten Stand gebracht, können Sie gegebenenfalls die Storages auf die neue VMFS-Version aktualisieren und sich mit den neuen Funktionen vertraut machen. Denken Sie daran, Ihre Lizenzen rechtzeitig einzuspielen und die VMs bei Gelegenheit ebenfalls zu aktualisieren, wie im nachfolgenden Abschnitt beschrieben.
Überprüfen Sie nach dem Upgrade die Ressourceneinstellungen der VMs. Gerade beim Arbeitsspeicher tauchen plötzlich etliche ungewollte Begrenzungen auf!

Upgrade der VMs
Um die virtuellen Maschinen kompatibel mit dem neuen ESXi-Server zu machen und alle neuen Funktionen nutzen zu können, z. B. mehr Prozessoren und Arbeitsspeicher als vorher, empfehlen VMware und auch ich, die VMs ebenfalls auf die aktuelle Hardwareversion 11 zu bringen. Eine ältere Hardwareversion als 11 ist kein kritischer Zustand, d. h., Sie können sich Zeit damit lassen und dies in Ruhe planen. Hierbei gibt es wieder zwei Möglichkeiten: erstens, die VMs manuell nach und nach zu erneuern, und zweitens, die VMs über den Update Manager zu aktualisieren. Auf beides möchte ich im Folgenden eingehen.

Upgrade einer einzelnen VM
Es ist sehr wichtig, dass vor dem Upgrade der Hardwareversion die aktuellen VMware Tools in der virtuellen Maschine installiert wurden. Das können Sie überprüfen, indem Sie in der Bestandsliste auf eine VM klicken und auf der Registerkarte ÜBERSICHT der VM den Status der Tools ansehen. Mit dem ESXi 6.0 werden gleichzeitig neue VMware Tools zur Verfügung gestellt. Sind diese installiert, so steht in der Anzeige WIRD AUSGEFÜHRT (AKTUELL). Ist das nicht der Fall, wird auf eine veraltete Version mit WIRD AUSGEFÜHRT (VERALTET) hingewiesen oder der Eintrag lautet LÄUFT NICHT (NICHT INSTALLIERT).
Um bei vielen VMs eine Übersicht über den Status der VMware Tools zu bekommen, können Sie im Cluster auf die Registerkarte VIRTUELLE MASCHINEN klicken und dort über das Kontextmenü auf einen Spaltenkopf die Spalten für VM-VERSION und VERSIONSSTATUS DER VMWARE TOOLS einblenden. Die Liste können Sie mit einem Klick auf den jeweiligen Spaltenkopf nach dem gewünschten Eintrag sortieren.

Das Updaten der Tools und Treiber geht genauso vonstatten wie die Erstinstallation, die ich in Kapitel 4 ausführlich beschrieben habe. Denken Sie daran, dass die VM nach der Aktualisierung gegebenenfalls neu gestartet werden muss. Führen Sie den Neustart aus und warten Sie, bis die neue Version der Tools neben der Uhr (bei Windows-Systemen) korrekt angezeigt wird. Fahren Sie den Rechner anschließend herunter und schalten Sie ihn aus.
Ein Massen-Upgrade der VMware Tools erreichen Sie, indem Sie alle laufenden VMs mit veralteten Tools mit gedrückter Strg-Taste markieren und dann über das Kontextmenü GAST -->VMWARE TOOLS INSTALLIEREN / AKTUALISIEREN anklicken.
Sollten Sie ein Linux-System mit den VMware Tools aktualisieren, werden neue Netzwerkmodule zur Verfügung gestellt. Diese können aber erst nach dem Neustart verwendet werden. Sie haben natürlich auch die Möglichkeit, die alten Netzwerkmodule von VMware manuell zu entladen und dann die aktuellen zu laden. Aber für das Upgraden der Hardware muss die Maschine trotzdem ausgeschaltet werden. Beachten Sie auch die Hinweise zu den VMware Tools unter Linux in Kapitel 4.
Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf den ausgeschalteten Computer und wählen Sie aus dem Kontextmenü den Eintrag UPGRADE DER VIRTUELLEN HARDWARE DURCHFÜHREN. Auf Host- oder Clusterebene können Sie auch mehrere VMs mit der Strg-Taste für das Upgrade auswählen.
Die Hardwareversion 11 wird nicht auf Hosts der Version 5.x unterstützt, die aktualisierte Version der VMware Tools aber sehr wohl.

Hardware-Upgrade über den Update Manager
Mit dem Update Manager haben Sie die Möglichkeit, viele VMs mit der aktuellen Version der VMware Tools zu bestücken und anschließend das Hardware-Upgrade durchführen zu lassen. Der Vorgang ähnelt dem Upgrade des ESXi-Hosts, welches ich oben in diesem Kapitel besprochen habe, deshalb hier nur die Kurzform für die VMs.
1. Klicken Sie auf der Registerkarte BASELINES UND GRUPPEN beim Update Manager auf die Schaltfläche VMS/VAS. Dort sind bereits drei vordefinierte Baselines für die virtuellen Maschinen und Appliances angelegt. Diese können Sie nicht verändern.
2. Im rechten Fenster kann eine Gruppe für die vordefinierten Baselines erstellt werden. Dazu wählt man rechts den Link ERSTELLEN aus.
3. Im folgenden Fenster wird zunächst ein Name für die Gruppe vergeben.
4. Anschließend sollten die Einträge für VM-HARDWARE-UPGRADES und UPGRADES VON VMWARE TOOLS ausgewählt werden.
5. Nachdem auf BEENDEN geklickt wurde, erscheint die Baselinegruppe im rechten Fenster.
6. Navigieren Sie über HOME zu VMS UND VORLAGEN und wählen Sie dort das Datacenter aus.
7. Auf der Registerkarte UPDATE MANAGER kann die neue Baselinegruppe angehängt werden.
8. Im unteren Teil des Fensters erscheinen alle VMs, die anschließend überprüft und bei Bedarf auf den neuesten Stand gebracht werden können.
Sie haben mit diesem Werkzeug die Möglichkeit, eine einzelne oder viele VMs gleichzeitig upzudaten. Für dieses Vorhaben sollten Sie sich aber ein Zeitfenster aussuchen, in dem die virtuellen Maschinen nicht zur Verfügung stehen müssen. Planen Sie deshalb sorgfältig. Eine einzelne Windows-VM muss bei diesem Vorgehen dreimal neu gestartet werden, Linux-Maschinen nur einmal.
Jetzt fehlen nur noch die korrekte Konfiguration der Umgebung, die ich in Kapitel 16 ausführlich beschreibe und eine vernünftige Datensicherung (siehe Kapitel 17). Im folgenden Kapitel geht es aber zunächst um die Templates (Vorlagen von VMs) und zum Schluss nochmals um die Optimierung.


Nach der Neuinstallation haben Sie eine erneute Testphase von 60 Tagen, beim Upgrade meistens nicht. Vergessen Sie nicht vor Ablauf dieser Frist die Lizenz einzugeben.

Weitere Details und das Upgraden einer ganzen vSphere Umgebung wird detailliert im Praxishandbuch vSphere 6 (Kapitel 14) beschrieben.

Zurück zum Seiteninhalt